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Freitag, 11. März 2011

Von Pulverschneehängen, Sulzschneeterror und Gipfelglück

Dieses wollte ich für eine Skitour mal höher hinauf.
Als Ziel wurde die Guslarspitze erkoren, da man dort keinen Gletscherberührung hat und damit auch keine Spalten fürchten muss.
Von Vent im Ötztal aus ging es erst einmal zur Vernagthütte.
Wir haben direkt in Vent geparkt und von dort, mit Skiern auf den Rücken, stapften wir eine 3/4 h zu den Rofenhöfen. Dort stellten wir fest, dass man auch dort hätte parken können. Dumm gelaufen!
Jetzt konnten wir auch endlich die Skier anschnallen. Das erste Stück bis zur Talstation der Materialseilbahn schritten wir mit nur geringer Steigung entlang des Rofentals.

Von dort aus ging es dann steiler den Berg hoch.

Oben ging es wieder ein Stück flacher entlang.
Ab einer Höhe von ca. 2400m merkte ich die Höhe langsam. Für den letzten Anstieg zur Hütte, musste ich dann noch all meine Kräfte mobilisieren.

Endlich erreichten wir die Hütte und nach dem Abendessen sanken wir totmüde ins Bett.

Auch am nächsten Tag lachte die Sonne vom Himmel. Von der Hütte aus war unser Ziel, die mittlere Guslarspitze schon klar zu sehen.

Von der Hütte konnten wir ein kleines Stückchen abfahren. Dann hieß es anfellen. Der Aufstieg, obwohl es "nur" 400 Höhenmeter waren, war ziemlich anstregend. Durch die Höhe musste man dochmehr schnaufen als sonst.
Hier ein Blick in Richtung Hütte mit dem großen Vernagtferner dahinter.

Am Gipfel konnten wir uns bester Fernsicht erfreuen.

Außerdem durfte ich endlich mein Stück Gipfelschokolade genießen. Auf 3128m schmecken solche Leckereien besonders gut.

Nach einer ausgedehnten Pause ging es an die Abfahrt.

Dank dem federleichten Schnee war es kein Problem durch den Tiefschnee zu gleiten, auch wenn man, so wie ich, eigentlich gar nicht Tiefschneefahren kann. :)

Nach einem kurzen Gegenanstieg erreichten wir wieder die Hütte und genehmigten uns das verdiente Weißbier.

Am nächsten Tag war geplant, dass wir erst noch auf den Fluchtkogel steigen und dann heim fahren. Das Wetter am morgen präsentierte sich wolkig-neblig und es schneite etwas.

Mir behagte das nicht so recht. Da ich mich zudem noch vor der anstregenden Abfahrt fürchtete brachen wir ab und machten uns an die Abfahrt, obwohl es mittlerweile aufklarte und die Sonne sich zeigte.
Der Schnee im oberen Teil war oben hart, aber nicht hart genug, als dass man darauf fahren konnte. Man brach immer wieder ein. Ein paar mal landete ich im Schnee. Das eine mal detonierte ich kopfüber in den Tiefschnee. Der Schnee unter mir gab immer wieder nach, so dasss ich das Gefühl hatte im Schnee zu schwimmen. Nachdem ich es geschafft hatte meine Skier abzuschnallen und mich aus dem Schnee hochgegraben hatte, stand ich vor dem Problem, dass ich jetzt wieder meine Skier anschnallen musste. Das ist gar nicht mal so einfach, wenn man bis zur Hüfte im Schnee steht und der Ski oben auf schwimmt.
Weiter unten war der Schnee sehr sulzig. Ich kam damit überhaupt nicht zurecht und landete nur noch im Schnee. Meine "Seitwärts-Runterrusch-Technik" funktionierte hier nicht: Der Schnee war zu tief und viel zu schwer. Dank der "Spezialtechnik für Notfälle" meine Freundes, entlang des Hanges fahren, Spitzkehre, entlang des Hanges fahren, *repeat*, schaffte ich es dann doch irgendwie am Fuße des Berges anzukommen. Ich war so richtig erleichtert, als ich endlich unten war. Vor dieser Abfahrt hatte ich mich nämlich schon die ganze Zeit geforchten.
Den restlichen Weg konnte wir die Skier im sanften Abhang einfach laufen lassen.

Das letzte Stück durch Vent bis zum Parkplatz mussten wir die Skier tragen. Nach den Tagen im ruhigen Hochgebirge war der Rummel in Vent ein richtiger Schock.
Also unser Zeug ins Auto geworfen und ab nach hause.

Sonntag, 6. März 2011

Alternativtour auf den Taubenstein

Eigentlich war ja die Rotwandreibn geplant. Am Parkplatz in Spitzingsee angekommen zeigte ein Blick auf die zum Teil schon arg aperen Hänge, dass ein Alternativplan nicht verkehrt wäre.
Wir wählten den Taubenstein als Ziel, da wir so über die Skipiste der Taubensteinbahn abfahren können würden und die eine NW-Ausrichtung hat, die noch Schneereste vermuten lässt.
Wir wählten den Weg der zuerst Richtung Rotwand führt. Hier lagen nur noch kleine Schneereste. Das hieß erst einmal Ski auf den Buckel und mit Skischuhen auf der Teerstraße hocheiern. Immerhin waren wir nicht die einzigen Deppen, die sich eingebildet hatten trotz Schneemangels noch auf Skitour zu gehen.

Irgenwann zweigte der Weg rechts ab Richtung Rotwand. Wir folgten der Straße noch ein wenig und querten dann den ausgetrockneten Bach. Endlich konnten wir die Ski anschnallen und stapften den Berg hoch. Wir erreichten dann die Talstation eines kleinen Schlepplifts.

Wir querten die Piste und unser Weg führte kurz durch den Wald und dann auf einer Lichtung weiter bergauf. Weiter oben gabe es immer mehr schneelose Flecken.

Oben am Sattel gingen wir links weiter Richtung Taubenstein. Nach rechts ginge es hoch zum Lempersberg und dann weiter zur Rotwand:

Um dann den Gipfel des Taubensteins zu erklimmen mussten wir die Skier abschnallen.

Nach der verdienten Gipfelschokolade machten wir uns an die Abfahrt.
Meine Dynfitbindung weigerte sich erst standhaft meinen Fuß aufzunehmen, doch irgenwann war ich dann auch endlich bereit zum fahren. Mein Liebster war nach kürzester Zeit das steile Stück abgefahren, während ich auf meine bewährte "Seitwärts-Runterrusch-Technik" vertraute.
Etwas weiter unten am Hang (nordseitig) gab es sogar noch etwas Pulverschnee. Hier schaffte ich es auch ein paar Bögen zu machen.
Wir fuhren weiter zur Bergstation der Taubensteinbahn.

Von dort aus ging es über die Skipiste bis runter an den Spitzingsee.

Montag, 31. Januar 2011

Ski auf die Füße und hoch auf den Wank

Nachdem ich schon die gesamte Woche den Lawinenbericht kritisch beäugt hatte wurde am Freitag nur noch Lawinenwarnstufe 2 angezeigt. Die Wettervorhersage war auch gut und somit ideale Voraussetzungen für eine Skitour.
Da es ja in den vergangenen Tagen geschneit hatten wählten wir ein Ziel in den bayrischen Voralpen, nämlich den Wank.
Früh am Morgen erreichten wir den Parkplatz bei der Wankbahn. Die Wankbahn ist mittlerweile nur noch im Sommer und während der Schulferien in Betrieb, so, dass man derzeit den Wank nur zu Fuß, mit Skiern oder Schneeschuhen erreicht.
Zuerst ging es Richtung Esterbergalm auf der Forstraße entlang.

Zwischen den Baumen hatten wir eine schöne Aussicht auf die anderen Berge der Umgebung, wie hier der Hohe Fricken.

An der Frauenmahd bogen wir nach rechts ab und dann ging es in Serpentinen weiter Richtung Gipfel.

Da wir nicht die einzigen waren, die unterwegs waren waren die Spuren zum Teil schon ziemlich glatt und an den steileren Stellen mussten die Skistecker zur Hilfe genommen werden.
Von weiter oben konnten wir auch eine Blick auf die Estergerbalm werfen.

Endlich erreichten wir das Wankhaus. Auch im Winter ist es bewirtet und wir haben uns dort oben ganz dekadent erst einmal ein (alkoholfreies) Weißbier gegönnt.

Dann wurde die Brotzeit ausgepackt und wir konnten die herrliche Aussicht genießen, wie etwa hier das Zugspitzmassiv mit Garmisch-Patenkirchen .

Langsam wurde es Zeit für die Abfahrt.

Ein kurzes Stück ging es am Bergrücken entlang. Der Schnee dort war von der Sonne ziemlich aufgeweicht und schwer.
Der größte Teil der Abfahrt war jedoch auf der Nordseite und dort war der Schnee noch wunderbar. Man fährt auf der ehemaligen Skipiste. Ein Teil davon war planiert. Ich schätze die Hütte wird im Winter mit der Pistenraupe versorgt. Da ich nach den 1000 Höhenmetern Anstieg schon ziemlich k.o. war (Kondition, wo bist du??) nutzte ich durchaus zum Teil den planierten Bereich, aber ein paar Stückchen bin ich auch im Tiefschnee abgefahren. Nur zu zweit sind wir herrliche Abfahrt runtergeschwungen und weit und Breit kein sich selbst überschätzender besoffener Pistenrowdy in Sicht.
Am ende des Hanges mussten wir wieder einen kleinen Gegenanstieg meistern. Dann ging es weiter entlang ehemliger Pisten zurück zum Parkplatz.
Erschöpft, aber glücklich erreichten wir das Auto.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Skitour auf das Seekarkreuz

Nachdem ich ja mühevoll lernen musste, dass ich mit den 1,80m-Latten meines Liebsten nicht fahren kann, habe ich mir für die nächste Skitour Tourenski ausgeliehen. Bei der Ausleihstelle gab es genau noch ein paar Skier, deren Bindung für meine Schuhgröße einstellbar war. Glück gehabt!

Da ich auf eine einfache Tour bestand und wir zudem nicht allzu weit fahren wollten (immerhin liegt gerade überall Schnee) wählten wir das Seekarkreuz als Ziel.

Der Lawinenwarndienst meldete Lawinenwarnstufe 1 für die bayrischen Voralpen und der Wetterberich sagte traumhaftes Wetter vorraus.

Als wir am Parkplatz ankamen zeigte das Themometer im Auto mollige -15°C an. Es half ja nichts: Also raus aus der warmen Dauenenjacke, LVS-Gerät anlegen und dann schnell die warmen Jacken anlegen.

Zuerst ging es mit gemächliche Steigung einen Forstweg hoch und langsam kam ich auf Temperatur und meine Finger und Zehen tauten wieder auf.

Immer weiter, über einen zugefrorenen Bach..

..bis man dann aus den Wald kommt und die Berge richtig sieht.


Dann schlugen wir uns, bei der Schwarztennalm, links in den Wald, da dort schon gespurt war und man, laut Führer, so dem endlosen Gehatsche über die Forststraße entgehen kann.

Da der Weg durch den Wald doch ein wenig beschwerlicher war als angenommen brauchten wir doch ein bisschen länger bis wir wieder auf freiere Flächen kamen.

Hier bogen jedoch verschiedene Spuren ab. Mit Karte und Kompass konnten wir jedoch die richtige wählen. Wir sind zwar nicht entlang des "Standardweges" gegangen, aber wir haben zum Seekarkreuz gefunden.

Nach einer kurzen Rast kamen wir dann an den Gipfelanstieg und der Anblick des Gipfelkreuzes gab mir noch einen "Turbo-Boost".

Eigentlich wäre der einfachere Aufsteg rechts, entlang des Kammes gewesen. Das haben wir aber irgendwie ausgeblendet und sind links die "Diretissima" hoch. Am oberen Stück war es dann doch etwas steiler, so, dass ich die Skier abgeschnallt habe und so hochgegangen bin. Mein Freund hat extrem heldenhaft dann meine Skier noch ein Stück hoch getragen.

Der langgezogene Buckel, das ist übrigends der Schönberg ...

.. und hier hätten wir noch das Brauneck zu bieten:

Nach einer guten Brotzeit machten wir uns an die Abfahrt.

Dann der guten Leihski ging das abfahren recht problemlos, obwohl ich mich im oberen Teil, der von oben recht steil schien, mich durchaus erst ein wenig geforchten habe. (Auf dem Bild schaut es viel harmloser aus ;) )

Ich konnte vollkommen in Ruhe meine Bögen machen und kein lästiger besoffener Holländer fuhr mir vor die Ski und kein unkontrollierter Raser störte mich. :)

Im letzten Stück landeten wir wieder auf der Forststraße und konnten gemütlich runterrutschen. Ein paar kleine Gegenanstiege kosteten nochmals Kraft, aber wir erreichten wohlbehalten wieder den Parkplatz.

Das Thermometer zeigte mittlerweile nur noch -8°C an. Aufgewärmt wie wir waren kam es uns richtig warm vor.

Dienstag, 4. Januar 2011

Skitour auf den Schönberg oder Steighilfen sind was für Weicheier

Nachdem für gestern ideale Bedingungen vorhegesagt wurden, schönes Wetter, Schnee und Lawinenstufe 1, wagte ich mich an meine erste Skitour.

Als Ziel wurde der Schönberg ins Auge gefasst.

Leider hatte ich meine Kamere daheim gelassen, deswegen gibt es diese mal nur Text und keine bunten Bildchen.

Jeder den ich kenne der jemals eine Skitour gemacht hat erzählte mir voller Überzeugung, dass es einem auf Skitour warm ist und man schwitzt und ein T-Shirt fast schon ausreicht. Gestern war es jedoch sehr kalt und da ich sowieso eher ein Frierkatze bin habe ich zum Teil gefroren wie ein Schneider. Die Limo in der Flasch gefror auch, so, dass wir quasi Limo-Eis zum Trinken hatten. So kalt war das gestern.

Als es an die ersten Steilen stellen ging merkten wir, dass an meinen Skiern die Steighilfen fehlten. Da hieß es dann Wadln-Streching bis zum Umfallen. Zudem hatte die Spur, an der wir entlanggingen ein "Geradeaus-Norbert" gelegt, das heißt ganz gerade, ohne die Struktur des Berges zu beachten.

Nachdem ich schon ziemlich lädiert war kamen wir am Gipfel an und hatten einen wunderschönen Panorameblick in die sonnenbeschienen Berge. Dort oben genoßen wir den heißen Apfelsaft, den wir dabei hatten und taten uns an unsere Brotzeit gütlich.

"Wollen wir das steilere Stück runterfahren?" fragte mein Freund.

"Natürlich," sagte ich überzeugt. "Das geht schon", dachte ich.

Naja, es ging nicht - also nicht wirklich. Ich hatte nämlich 1,80 m - Latten (Kein bisschen tailliert) an den Füßen und die Dinger wollten nicht drehen. Ich konnte damit einfach nicht fahren. Bei der ersten Kurve im Tiefschnee landete ich Gesicht nach unten in eben diesem und verlor einen Ski. Immerhin, die Fangriemen hielten und der Ski blieb da. Also bin ich vor Wut und Selbstmitleid heulend seitwärts runtergeruscht mit der ein oder anderen Spitzkehre.

Endlich unten durften wir uns noch durch den Wald fädeln. Immerhin ein paar Stückchen waren relativ flach und dort konnte ich mit einer Mischung aus Pflug fahren und Bögelchen Fahren runterfahren.

Das letzte Stück mussten wir den Forstweg im Pflug runterschlittern. Zu allem Überfluß war dieser auch noch vereist. Meine Oberschenkel meldeten sich immer stärker, denn Pflug ist das fieseste für sie überhaupt.

Ganz zum Schluß ging es dann über eine flache, verschneite Wiese. Das war sehr schön und hat mich auch wieder etwas mit der restlichen, fiesen Abfahrt versöhnt.

Auf allen vieren kroch ich anschließend ins Auto und fiel daheim dann nach dem Bad und einer großen Portion Fischstäbchen ins Bett.